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Allgemeines zur energetischen Sanierung

Das Ergebnis jeder energetischen Sanierung ist eine Reduktion des Energieverbrauchs, die einher geht mit einer Reduktion des C02-Ausstoßes.

I. Energieeffizienz verschiedener Gebäudetypen

Beispiel: Heizölverbrauch bei vergleichbaren typischen Einfamilienhäusern

Baujahr Typ Heizölverbrauch (l/qm a)
1970 Altbau 30-50
1900 Altbau 20-30
1978-1975 Wärmeschutzverordnung 1978 11-14
1995- Niedrigenergiehaus 3-7
7-Liter Haus 7
3-Liter Haus 3
2008 KfW-Energiesparhaus 60 5
KfW-Energiesparhaus 40 3
2009 KfW-Effizienzhaus 100 9
KfW-Effizienzhaus 70 6
KfW-Effizienzhaus 55 4
Passivhaus 1,5
Nullenergiehaus 0
2010 Neubau (EnEV2009) 5-6

 

Durch die Vorschriften der EnEV2009

  1. müssen Neubauten einen energetischen Standard erfüllen, der früher nur bei besonders energieeffizienten Gebäuden gegeben war
  2. werden durch eine energetische Sanierung von Altbauten bis zu 80-90 %, im Einzelfall noch mehr, des früheren Energieverbrauchs weniger Heizenergie benötigt.

II. Vorbereitung der energetischen Sanierung

Durch ein Paket verschiedener Maßnahmen sollen das für Menschen behagliche Innenraumklima bei Temperaturen von ca. 18-24 Grad Celsius  mit einem minierten energetischen Aufwand erreicht werden.

  • Dazu zählen Maßnahmen zur aktiven Beeinflussung des Innenraumklimas (z.B. Heizung, Warmwasserbereitung, Lüftungsanlagen) und rein bauliche Maßnahmen zum passiven Schutz vor Einwirkungen des Außenklimas auf das Innenraumklima.
  • Um im Detail die optimale Kombination der zu treffenden energetischen Sanierungsmaßnahmen zu finden sind eine detaillierte Bestandsaufnahme des Ist-Zustandes, die baulichen Entwicklungsmöglichkeiten sowie alle rechtlichen Gegebenheiten (z.B. Baurecht, Mietrecht, Steuerrecht) sowie die finanziellen Aspekte (z.B. Finanzierung, Investionsaufwand, Amortisationszeitraum, Förderprogramme) als erster Schritt zu erfassen.
  • Zur Überprüfung der Luftdichtigkeit von Gebäuden und damit der Identifizierung von Stellen in der Gebäudehülle an denen erwärmte Raumluft entweicht können auch von Innen der "Blower-Door-Test" oder von Außen mit einer Wärmebildkamera eine Thermografie vorgenommen werden.

III. Sanierungsschwerpunkt: Heizung

  • Komplettaustausch der Heizungsanlage
  • Demontage elektrische Heizsysteme
  • Umstellung der Heizanlage auf regenerative Energien (Brennholz, Holzpellets)
  • Umstellung der Heizanlage auf Fernwärme
  • Umstellung der Heizanlage auf Niedertemperatur oder -Brennwertkessel
  • Umstellung der Heizanlage auf Wärmepumpe
  • Nachrüstung einer Solarthermieanlage
  • Errichtung eines Blockheizkraftwerkes
  • Errichtung einer Biogasanlage
  • zukünftig vielleicht auch Einsatz von Brennstoffzellen

IV. Sanierungsschwerpunkt: Warmwasserbereitung

  • Optimierung des Nutzerverhaltens
  • Umrüstung auf zentrale, integrierte Heizungs- und Warmwasserversorung
  • zeitgesteuerte Abschaltung der Zirkulationspumpen
  • Rohr-an-Rohr-Installation von Warmwasser- und Zirkulationsleitung in einer Isolierschale
  • Dämmung der Warmwasserleitungen

V. Sanierungsschwerpunkt: Lüftung

  • Optimierung des Nutzerverhaltens
  • Installation einer mechanischen zentralen Zu- und Abluftanlage
  • Installation elektrisch bestriebener dezentraler Einzellüfter
  • Installation einer elektrisch betriebenen Abluftanlage

VI. Sanierungsschwerpunkt: Außenwände

  • Außendämmung mittels Wärmedämmverbundsystem (WDVS)
  • Außendämmung mittels hinterlüfteter Vorhangfassade
  • Innendämmung mit Mineralschaumplatten

VII. Sanierungsschwerpunkt: Fenster

  • Überarbeitung vorhandener Fenster
  • Einbau energiesparender Fenster
  • Dämmung vorhandener Rolladenkästen und -gurtauslässe
  • Schließen von Fugen zwischen Wand und Fenster

VII. Sanierungsschwerpunkt: Dach

  • Dämmung der Sparrenzwischenräume (bei geneigten Dächern)
  • Dämmung oberster Geschossdecken (bei nicht ausgebauten Dachgeschossen)
  • Sanierung von Flachdächern

VIII. Sanierungsschwerpunkt: Balkone

  • Dämmung der Balkonplatten
  • Ersatz von auskragenden Balkonplatten durch vorgestellte Balkonkonstruktionen

IX. Sanierungsschwerpunkt: Keller

  • Dämmung der Untersicht der Kellerdecke (unbeheizter Keller)
  • Dämmung des Erdgeschossfußboden (unbeheizter Keller)
  • Außendämmung des Kellersockels (unbeheizter Keller)
  • Außendämmung der Kellerwände (beheizter Keller)
  • Sanierung des Fußbodenaufbaus (bei nicht unterkellerten Gebäuden)

 


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