Bestimmung der wichtigsten Grundbegriffe
Primärenergiebedarf
- Der Primärenergiebedarf bildet die Gesamtenergieeffizienz eines Gebäudes ab.
- Er berücksichtigt neben der Endenergie auch die so genannte "Vorkette" (Erkundung, Gewinnung, Verteilung, Umwandlung) der jeweils eingesetzten Energieträger (z. B. Heizöl, Gas, Strom, erneuerbare Energien etc.).
- Somit wirkt sich beispielsweise eine Solaranlage günstiger auf die Gesamtenergieeffizienz aus, als eine heizölbetriebeneAnlage, da die Erzeugung von Heizöl aus Rohöl einen hohen Energieaufwand erfordert.
- Weitere Einflussgrößen bilden u. a. die Qualität der kompletten Heizungsanlage vom Kessel bis zum Heizkörper und die Qualität der Gebäudehülle (Fenster, Dach, Außenwände).
Endenergiebedarf
- Der Endenergiebedarf gibt die nach technischen Regeln berechnete, jährlich benötigte Energiemenge für Heizung, Warmwasser, eingebaute Beleuchtung, Lüftung und Kühlung an ("Normverbrauch").
- Er wird unter Standardklima und Standardnutzungsbedingungen errechnet und ist ein Maß für die Energieeffizienz eines Gebäudes und seiner Anlagentechnik.
- Der Endenergiebedarf ist die Energiemenge, die dem Gebäude bei standardisierten Bedingungen unter Berücksichtigung
- der Energieverluste zugeführt werden muss, damit die standardisierte Innentemperatur, der Warmwasserbedarf, die notwendige Lüftung und die erforderliche Beleuchtung sichergestellt werden kann.
- Der tatsächliche Verbrauch kann auf Grund der angenommenen Standardwerten von dem Endenergiebedarf abweichen.
Energieverbrauchskennwert
- Der ausgewiesene Energieverbrauchskennwert wird für das Gebäude auf der Basis der Abrechnung von Heiz- und ggf. Warmwasserkosten nach der Heizkostenverordnung und auf Grund anderer geeigneter Verbrauchsdaten ermittelt.
- Dabei werden die Energieverbrauchsdaten des gesamten Gebäudes und nicht der einzelnen Wohn- oder Nutzeinheitenzugrunde gelegt.
- Über Klimafaktoren wird der gemessene Energieverbrauch für die Heizung hinsichtlich der konkreten örtlichen Wetterdaten auf einen deutschlandweiten und jahresbereinigten Mittelwert umgerechnet.
- So führt beispielsweise ein hoher Verbrauch in einem einzelnen harten Winter nicht zu einer schlechteren Beurteilung des Gebäudes.
- Der Energieverbrauchskennwert gibt Hinweise auf die energetische Qualität des Gebäudes und seiner Heizungsanlage.
- Ein Rückschluss auf den künftig zu erwartenden Verbrauch ist jedoch nicht möglich; insbesondere können die Verbrauchsdaten einzelner Wohneinheiten stark differieren, weil sie von deren Lage im Gebäude, von der jeweiligen Nutzung und vom individuellen Verhalten abhängen.
- Dies trifft auch auf die Energieverbrauchskennwerte kleiner Gebäude zu.
- Um die statistisch zu erwartenden Ungenauigkeiten möglichst gering zu halten, wird bei der Ermittlung des Energieverbrauchskennwerts voraussichtlich ein Zuschlag berücksichtigt werden.
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